Sondermitteilung

 

Bundesweites telefonisches Hilfsangebot

für „tatgeneigte“ Personen während der Corona-Krise eingerichtet

 

 

Hilfsangebot bei

  • Konsum und Verbreitung von kinderpornographischem Material

  • Gewalt- und Sexualphantasien

  • Neigungen zu sexualisiertem Verhalten

  • sexuellen Phantasien mit Kindern

  • häuslicher Gewalt

 

Wir helfen, keine Straftat zu begehen!

 

Helfen auch Sie mit und leiten Sie diese Mitteilung an Freunde, Bekannte oder Kolleginnen und Kollegen weiter

 

Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. bietet ab sofort im Rahmen des Präventionsprojektes „Keine Gewalt – und Sexualstraftat begehen“ telefonische therapeutische Hilfestellungen für Menschen an, die befürchten, eine Straftat zu begehen. Insbesondere Personen mit sexuellen Phantasien gegenüber Kindern oder zu Gewalttaten neigende Personen können dieses kostenlose und anonyme Angebot nutzen. 

Bundesweite kostenfreie 

Hotline: 0800 70 222 40

Telefonzeiten : Montag bis  Freitag 9:00 Uhr bis 18.00 Uhr.

 

Die Corona-Krise stellt unsere Gesellschaft vor eine nie dagewesene Herausforderung. In unsicheren Zeiten wie diesen sehen sich viele Menschen mit großen Herausforderungen konfrontiert. Gesundheitliche Sorgen, existenzielle Ängste, finanzielle Engpässe, behördlich angeordnete häusliche Quarantäne oder etwaige Ausgangsbeschränkungen sowie der Verzicht auf sportliche Betätigung im Verein und vieles mehr werden die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland in den kommenden Wochen beschäftigen. Insbesondere die soziale Isolation wird für viele Menschen und Familien schwer zu bewältigen sein. 

 

Rufen Sie uns an, wenn Sie Angst davor haben, gewalttätig gegen einen Angehörigen zu werden, einen sexuellen Übergriff an einem Kind zu begehen oder eine verbotene Seite mit kinderpornographischem Inhalt zu besuchen.

 

Unser Therapeutenteam ist für Sie da - anonym und kostenlos. 

 

 

Weitere fachliche Hinweise:

 

Aus psychologischer Sicht kann besonders eine drohende vollständige oder zumindest teilweise Ausgangssperre die Gefahr bestimmter Straftaten erhöhen. Gefühle der Einsamkeit oder Langeweile, Isolation, eine mediale Zunahme von Gefahrennachrichtenund finanzielle Nöte aufgrund zunehmender beruflicher Unsicherheiten hinterlassen Spuren und führen zu einer Zunahme des Belastungserlebens. Depressionen, in manchen Fällen auch eine erhöhte Suizidgefahr sowie aggressives Verhalten können Begleiterscheinungen sein. 

Aus forensischer Sicht kommt eine weitere Problematik hinzu: Innerfamiliäre Straftaten könnten zunehmen. Hierbei bereitet insbesondere Sorge, dass sich kindliche Opfer im innerfamiliären Raum derzeit rund um die Uhr im Zugriffsbereich eines potentiellen Täters aufhalten, weil Kitas und Schulen geschlossen sind. Außerdem wissen wir aus der Therapie mit Konsumenten von Missbrauchsabbildungen im Internet, dass Faktoren wie Langeweile und Isolation zu einem erhöhten Konsum dieser illegalen Inhalte führen. Hinzu kommt noch, dass das Gefühl des „Herunterfahrens aller Institutionen“ den Eindruck entstehen lassen kann, die Justiz werde bestimmte Straftaten nicht herausfinden oder verfolgen, sodass auch in dieser Hinsicht eventuell wichtige Hemmungen zwischendurch wegbrechen können. Auch Fälle von häuslicher Gewalt können derzeit zunehmen. 

 

Bereits seit dem 1.1.2019 wird das BIOS-Therapieangebot für Menschen, die unter einer pädophilen Störung leiden, vom Spitzenverband der Krankenkassen (GKV) anerkannt und von dort aus finanziert. BIOS-BW unterhält seit 2015 das Präventionsprojekt „Keine Gewalt und Sexualstraftat“ begehen. Seit Gründung wurden 505 Personen im Projekt behandelt.

 

 

Hinweis: Die telefonische Beratung stellt ein psychologisches Beratungsangebot in Krisensituationen dar. Hierdurch kann keine Psychotherapie ersetzt werden. Durch Ihren Anruf kommt kein Behandlungsvertrag zustande.

"Stopp - bevor was passiert!ist ein Angebot der 

Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V.


Postfach 76052
76131 Karlsruhe

Tel: 0800 70 222 40

Web: www.bevor-was-passiert.de

Email:  stopp@bios-bw.de

gefördert von: