ARD / SWR Film "Gefährliche Lust" - 2018

Im Sommer 2017 gelingt Ermittlern des Bundeskriminalamtes ein wichtiger Schlag im Kampf gegen Kindesmissbrauch. Im Darknet – dem anonymen und vielfach verschlüsselten Teil des Internets – enttarnen die Beamten die Missbrauchsplattform „Elysium“, auf der nicht nur kinderpornografisches Material im großen Stil ausgetauscht, sondern auch Kinder zum sexuellen Missbrauch regelrecht „angeboten“ wurden. Der Film „Gefährliche Lust“ am Mittwoch, 14. Februar, 23:25 Uhr im Ersten, fragt, wie man Kinder besser schützen und im Hinblick auf die Täter Straftaten vorbeugen kann.

„Elysium“ war ein Netzwerk von gewaltigen Dimensionen: 87.000 pädophile Nutzer waren dort weltweit registriert. Riesige Mengen an Bildern und Videos wurden sichergestellt. Selbst der Frankfurter Oberstaatsanwalt Andreas May, der sich seit vielen Jahren mit der Bekämpfung der Kinderpornoszene im Internet beschäftigt, war vom Ausmaß schockiert. Und glaubt, dass mehr Polizeiarbeit allein nicht ausreicht, um potentielle Opfer zu schützen: „Pädophile Männer brauchen nicht nur Fahndungsdruck, sie brauchen Hilfe“, sagt May und fordert mehr Prävention, was auch bedeutet: mehr Therapieangebote für pädophile Männer.

Wie schützt man Kinder vor Übergriffen?

Was tun gegen pädophile Straftäter? Und wie kann man Kinder besser vor Übergriffen schützen? Die TV-Dokumentation „Gefährliche Lust“ geht diesen Fragen nach. Der Film begleitet Polizisten in Deutschland und Südostasien bei ihrer schwierigen Ermittlungsarbeit. Der neueste „Trend“: Onlinemissbrauch. Auf den Philippinen müssen Kinder vor Webkameras posieren – für eine zahlungskräftige Kundschaft weltweit. Der Film zeigt eine Aktion gegen die Betreiber einer solchen Online-Plattform in Manila bis hin zur Verhaftung der Täter und der Befreiung der Kinder aus der Hand ihrer Peiniger. Die Kunden saßen auch in Deutschland.

Oft ist der Konsum solcher Bilder Einstieg in Schlimmeres. In Karlsruhe trifft Filmautor Wolfgang Luck den Richter am Oberlandesgericht Klaus Böhm, der einen Hilfsverein gegründet hat, um pädophilen Straftätern therapeutische Hilfe anzubieten. „Als Richter kann ich die Täter zwar für ein paar Jahre wegsperren, aber damit ist das Problem nicht an der Wurzel bekämpft“, sagt Böhm. Im Hilfsverein BIOS werden deshalb neben Straftätern auch sogenannte „Tatgeneigte“ behandelt, Männer, die wissen, dass sie pädophil sind, aber noch keine Straftat begangen haben. Durch Verhaltenstherapie sollen sie lernen, keine Übergriffe auf Kinder zu begehen. Ein mühsamer und schwieriger Prozess. 

Das Fernsehteam begleitet über mehrere Monate Michael, einen pädophilen Mann aus Baden-Württemberg. Er hat in Thailand Fotos und Videos von nackten Kindern hergestellt und wartet auf seinen Prozess. Er ist einer der wenigen pädophilen Männer, die einen Therapieplatz gefunden haben. Wird es ihm künftig gelingen, seine gefährliche Lust durch therapeutische Hilfe zu kontrollieren?

"Gefährliche Lust - Der Kampf gegen Kindesmissbrauch"

PREMIERE: 14. Februar 2018 / 18. 00 Uhr

Ein Film von Wolfgang Luck

Redaktion: Thomas Michel, Hans-Michael Kassel, SWR 2018 / Produktion: luckfilm.

"Stopp - bevor was passiert!ist ein Angebot der 

Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V.


Schlossplatz 23
76131 Karlsruhe
Deutschland

Tel: +49 (0) 721-470 439 35

Fax: +49 (0) 721-470 439 32

Web: www.bevor-was-passiert.de

Email:  stopp@bios-bw.de

gefördert von: